Eine Website barrierefrei zu machen klingt aufwendiger, als es meistens ist. Ein großer Teil der Barrieren geht auf wenige, immer wiederkehrende Fehler zurück. Wer diese kennt und behebt, kommt der Konformität nach WCAG 2.1 AA schon deutlich näher.
Die häufigsten Barrieren und ihre Lösung
1. Zu schwache Farbkontraste
Heller Text auf hellem Grund ist für sehbehinderte Menschen kaum lesbar. WCAG verlangt für normalen Text ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5 zu 1. Lösung: Textfarben und Hintergründe anpassen, bis der Kontrast stimmt.
2. Fehlende oder nichtssagende Alternativtexte
Screenreader lesen Bilder über den Alternativtext vor. Fehlt er, bleibt das Bild stumm. Steht dort nur ein Dateiname wie IMG_1234.jpg, ist er wertlos. Lösung: jedem informativen Bild eine kurze, konkrete Beschreibung geben, rein dekorative Bilder mit leerem alt-Attribut kennzeichnen.
3. Nicht per Tastatur bedienbar
Viele Menschen nutzen keine Maus. Wenn sich Menüs, Formulare oder Buttons nicht per Tab-Taste erreichen und mit Enter auslösen lassen, sind sie ausgeschlossen. Lösung: alle interaktiven Elemente per Tastatur nutzbar machen und einen sichtbaren Fokus-Rahmen zeigen.
4. Formulare ohne Beschriftung
Ein Eingabefeld ohne verknüpftes Label ist für Screenreader ein Rätsel. Lösung: jedes Feld mit einem echten label-Element verbinden und Pflichtfelder klar auszeichnen.
5. Unlogische Überschriften-Struktur
Überschriften sind das Inhaltsverzeichnis für Screenreader. Springt die Hierarchie wild von h1 zu h4, geht die Orientierung verloren. Lösung: eine saubere Reihenfolge von h1 bis h3 ohne Sprünge.
In welcher Reihenfolge vorgehen?
Beginne mit den schwerwiegenden Barrieren, die viele Nutzer betreffen und wenig Aufwand kosten: Kontraste, Alternativtexte, Formular-Labels. Danach die aufwendigeren Punkte wie Tastaturbedienung und responsives Verhalten. Ein priorisierter Maßnahmenplan hilft, hier nicht den Überblick zu verlieren.
Woher weißt du, was auf deiner Seite konkret zu tun ist?
Statt allgemeiner Tipps brauchst du die konkreten Fundstellen deiner Website. Der BFSG-Check prüft bis zu 15 Seiten, listet jede Barriere mit verständlicher Erklärung, konkreter Lösung und geschätztem Aufwand auf und liefert dazu einen fertigen Brief für deinen Webmaster. So wird aus der Pflicht eine abarbeitbare Liste.
Wichtig zur Einordnung: Ein automatischer Scan erkennt die maschinell prüfbaren Barrieren, rund 30 bis 40 Prozent aller Probleme. Für den vollständigen Nachweis gehört eine manuelle Prüfung dazu, für die der Report eine Checkliste enthält.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Rechtsberatung. Für eine verbindliche Einschätzung deiner konkreten Situation wende dich an einen Rechtsanwalt.
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