WordPress betreibt einen großen Teil aller Websites, und viele davon fallen unter das BFSG. Die gute Nachricht: WordPress selbst lässt sich barrierefrei betreiben. Die schlechte: Ob deine Seite es ist, entscheiden vor allem dein Theme, deine Plugins und deine Inhalte, nicht das System im Kern.
Woher die Barrieren bei WordPress kommen
Die meisten Probleme entstehen nicht im WordPress-Kern, sondern in dem, was du darüber legst:
- Themes: Viele beliebte Themes haben zu schwache Farbkontraste, unsichtbare Fokus-Rahmen oder eine unlogische Überschriften-Struktur.
- Page-Builder: Werkzeuge wie Elementor, Divi oder WPBakery erzeugen oft verschachtelten Code, in dem Buttons keine echten Buttons und Bilder ohne Alternativtext sind.
- Plugins: Slider, Popups, Cookie-Banner und Formular-Plugins sind häufige Quellen für Tastaturfallen und fehlende Beschriftungen.
- Inhalte: Bilder ohne Alternativtext, PDFs ohne Struktur und Blindtext-Links wie „hier klicken" entstehen bei der täglichen Pflege.
Warum ein Barrierefreiheits-Plugin nicht reicht
Es gibt Plugins, die per Klick ein „Barrierefreiheits-Menü" oder eine Overlay-Leiste einblenden und volle Konformität versprechen. Solche Overlays lösen das Problem nicht: Sie legen sich nur über die Seite, beheben die eigentlichen Barrieren im Code aber nicht. In den USA gab es bereits zahlreiche Klagen gegen Seiten, die ausschließlich auf solche Overlays gesetzt haben. Verlass dich nicht darauf. Behebe die Ursachen im Theme und in den Inhalten.
WordPress Schritt für Schritt konformer machen
- Ein Theme wählen oder anpassen, das ausreichende Kontraste und sichtbaren Fokus mitbringt.
- Für jedes Bild in der Mediathek einen sinnvollen Alternativtext pflegen.
- Formulare so einstellen, dass jedes Feld ein echtes Label hat.
- Cookie-Banner und Popups auf Tastaturbedienung prüfen.
- Die Überschriften pro Seite von h1 bis h3 ohne Sprünge aufbauen.
So findest du deine konkreten Baustellen
Allgemeine Tipps helfen nur begrenzt. Du brauchst die Fundstellen auf deiner eigenen Seite. Der BFSG-Check scannt deine WordPress-Website, listet jede gefundene Barriere mit verständlicher Erklärung und konkretem Lösungsvorschlag auf und sagt dir, welche Punkte Theme, Plugin oder Inhalt betreffen. Welche typischen Fehler dahinterstecken, erklärt auch der Ratgeber Website barrierefrei machen.
Zur Einordnung: Ein automatischer Scan erkennt rund 30 bis 40 Prozent der Probleme, genau die, die auch Prüfwerkzeuge von Behörden und Abmahnern zuerst finden. Den Rest deckt eine manuelle Prüfung ab.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Rechtsberatung. Für eine verbindliche Einschätzung deiner konkreten Situation wende dich an einen Rechtsanwalt.
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